Dohle

Dohlen-Brutplatz exklusiv: Diese Bronzekugel in 68 m Höhe an der Matthäuskirche Hannover macht's möglich, denn sie hat ein Einschussloch, das der Krieg hinterlassen hat. Foto: Rosemarie Schulz
Dohlen-Brutplatz exklusiv: Diese Bronzekugel in 68 m Höhe an der Matthäuskirche Hannover macht's möglich, denn sie hat ein Einschussloch, das der Krieg hinterlassen hat. Foto: Rosemarie Schulz

In der Stadt Hannover gibt es laut "Die Vögel in Hannover" nur noch wenige Brutpaare der Dohle an Gebäuden und älteren Baumbeständen. So kann sich glücklich schätzen, wer am Haus ein Brutpaar dieser äußerst intelligenten und interessanten Rabenvogelart entdeckt. Der BUND bittet zum Schutz der Tiere, diese Quartiere zu melden (bund.hannover@bund.net), damit sie dauerhaft geschützt werden können, denn Dohlen sind äußerst standorttreue Brutvögel.

Die Dohle (Corvus monedula) ist ein kleiner Rabenvogel, der oft als Zugvogel im Winter nach Deutschland kommt. In einigen Gegenden ist die Dohle noch ein häufiger Brutvogel. Der Vogel besitzt ein schwärzliches Federkleid mit grauem Nacken und schwarzem Scheitel.

Die einheimischen Dohlen sind Standvögel und besiedeln Dörfer und Städte. Das Nest wird in Mauerlöchern, Gebäudenischen und Schornsteinen, oft auch in Türmen angelegt. Nester finden sich auch in Bäumen, z. B. in den Höhlen von Schwarzspechten. Dohlen sind gesellig und nisten gerne in kleineren oder großen Kolonien. Die Brut beginnt im April bis Mai.

Dohle, Foto: Karsten Lange
Dohle, Foto: Karsten Lange

Das Nest wird aus Zweigen und Ästen, Grasoden und Erdklumpen gebaut und mit feinen Fasern und Haaren ausgepolstert. Das Weibchen bebrütet die 4 bis 7 Eier alleine, wird aber vom Männchen mit Nahrung versorgt. Nach 16 bis 19 Tagen schlüpfen die Jungvögel, die nur mit einem dünnen Dunensaum bedeckt sind. Sie werden von den Eltern mit Insekten und Würmern gefüttert. Nach ca. 30 Tagen verlassen sie das Nest, sind aber erst nach 36 Tagen voll flugfähig. Nach dem Ausfliegen sind sie noch 4 Wochen auf die Fütterung durch die Eltern angewiesen.

Es wird nur eine Brut pro Jahr aufgezogen. Dohlen nehmen gern Kästen an, die ausreichend groß sind und ein Schlupfloch von 10 bis 12 cm Durchmesser besitzen. Gerne werden hoch gelegene Nistmöglichkeiten besiedelt.

Gelungene Umsiedlung von Dohlen

Dohle sitzt auf einem Schornstein

Oft nisten Dohlen in Schornsteinen. Das ist sowohl für die Tiere als auch für die Menschen bei noch im Gebrauch befindlichen Schornsteinen sehr gefährlich. Daher ist es sinnvoll, Ersatz zu schaffen durch dauerhafte Dohlenkästen. Wenn die Kästen von den schönen und intelligenten Vögeln angenommen worden sind, können die Schornsteine mit einem Gitter abgedeckt werden. Besonders lobenswert ist die Initiative der KSG (Kreissiedlungsgesellschaft) und der Firma Meravis, die in Langenhagen im Hohen Felde vorbildlich saniert haben und den Dohlen viele dauerhafte Quartiere geschaffen haben und damit die ehemals in den Schornsteinen nistende Kolonie gesichert haben. 

Dohlen sind Koloniebrüter

Es gibt nur noch wenige Dohlenkolonien in unserer Stadt. Daher helfen mehrere Dohlenkästen an einem Gebäudekomplex diese zu erhalten und so Ersatz für "verloren" gegangene Schornsteinquartiere zu schaffen. Kästen für die relativ großen Koloniebrüter sollten im Abstand von mindestens 2 Meter von einander angebracht werden in mindestens 9 Meter Höhe. Passende Dohlenkästen sind beispielsweise erhältlich bei Naturschutzbedarf Strobel oder Schwegler. 

Dohlen brauchen hohe Bäume

Es macht nur Sinn, einer Dohlenkolonie Nistplätze anzubieten, wenn es im nahen Bereich hohe Bäume gibt, in denen sie sich gerne aufhalten. Auch in Bäumen können Dohlenkästen angebracht werden, wenn es an einem Gebäude nicht möglich ist.



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