BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


Delegation junger Indigener aus Amazonien / Ecuador in Hannover

Das Yasuní-Bündnis zur Rettung des von der Erdölförderung bedrohten Nationalparks im amazonischen Tiefland in Ecuador - zu dem auch der BUND in Hannover gehörte - hatte in 2013 eine Delegation junger VertreterInnen verschiedener indigener Gemeinden aus Ecuador in Hannover im Rahmen einer Rundreise zu Besuch. Sie wurden vom Filmemacher Siegmund Thies begleitet, der in Ecuador lebt und arbeitet. Sie haben über die Situation in ihrer amazonischen Heimat berichtet, wo sie durch die Erdölförderung akut in ihren Stammesgebieten bedroht sind, in denen sie bislang in Harmonie mit der Natur gelebt haben und den Regenwald nachhaltig nutzen ohne ihn zu verstören. Es werden und wurden durch den Staat Ecuador Förderlizenzen an Erdölkonzerne (südamerikanische und asiatische) vergeben, denn nach Bergrecht gehört alles unter der Erde dem Staat, auch wenn es sich um das Land der jeweiligen indigenen Völker handelt und dies auch durch Besitzurkunden verbrieft ist.

Die ehemalige Yasuni-Initiative  Ecudors, die auch vom Präsidenten Correa unterstützt wurde, ist gescheitert, denn es ist auf internationaler Ebene - insbesondere der reichen Industriestaaten, die mit Abstand den höchsten Verbrauch an fossilen Rohstoffen verbrauchen - nicht genug Geld zusammen getragen worden, um dem Land einen Ausgleich für den Verzicht auf Erdölförderung zu zahlen. Das Geld sollte in alternative Energie- und Sozial- und Naturschutzprojekte in der Region Yasuni fliessen.

Ein Interview mit Siegmund Thies ist hier als download zum Lesen.

Die Gäste aus Ecuador im Kurzporträt

Jiyunt Uyunkar Kaniras (Achuar) 19.2.1988

Jiyunt kommt aus der Amazonasgemeinde Washirpas in der Provinz Pastaza, 45 min. Flugzeit von der Kleinstadt Puyo entfernt. Durch ihre Mitarbeit in der Kapawi Ecolodge, die mittlerweile von den Achuar in Selbstverwaltung betrieben wird, hat Jiyunt Grundkenntnisse in Englisch und Erfahrungen mit ausländischen Besuchern im Regenwald. Als einzige Frau möchte sie auf der Reise als Botschafterin für alle Amazonasfrauen sprechen, ihre Anliegen und Interessen vertreten.

Ernesto Olger Jencham Sandu (Shuar) 30.11.1986

Olger ist mit 26 Jahren der älteste Teilnehmer und hat schon viel Erfahrungen als Jugendvertreter seiner Stammesgruppe der Shuar. Er engagiert sich für politsche und kulturelle Themen. Er möchte an Alternativen zur Ölförderung mitarbeiten und so die kulturellen Werte und ihre Stammessprache verteidigen. "Buen Vivir" - "Gut Leben" ist ein Lebenskonzept der Amazonasbewohner und besagt, dass unsere Zukunft nur möglich ist, wenn die Menschheit es lernt, im Einklang mit der Natur, dem Regenwald und seiner Vielfalt zu leben.

"Yanda" Lenin Francisco Montahuano Ushigua (Zapara) 15.01.90

Yanda lebt in der Kleinstadt Puyo und arbeitet als Radioreporter. Zurzeit wird sein Programm beim Sender der Stammesgruppe der Woarani ausgestrahlt. Yanda mußte in den letzten Wochen öfter den Sender wechseln, weil seine kritischen Beiträge der Regierung nicht gefielen. Yanda gehört zum Stamm der Zapara, einer Volksgruppe, die durch die UNESCO als Weltkuturerbe geschützt ist. Für Yanda ist es eine schwierige Situation, weil die Zapara als kleine Volksgruppe in dünn besiedelten Regenwald schnell durch Manipulation und Korruption der Petrodollar gespalten wurden. Mit großer Leidenschaft hat er ein Netzwerk aufgebaut und nutzt das Internet als eine Plattform, um seine Themen erfolgreich zu präsentieren.
 

Quelle: http://archiv-hannover.bund.net/themen_und_projekte/internationales/delegation_indigener_in_hannover_zu_gast/